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Lagerspuren etwas vermackt

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HA Schult, streitbarer Provokateur und Enfant terrible der Kunst, geht seit Jahrzehnten seinen unbeirrbaren Weg, nicht ungeachtet der zeitgenössischen Strömungen, wohl aber unabhängig von diesen. Mit seinen »Trash People«, die als Mahnmal gegen das Vermüllen unserer Welt auch nach fast 20 Jahren (leider) noch höchst aktuell sind, zieht er nach wie vor um den Globus und rüttelt die Menschen auf, mahnt und bewegt. HA Schult ist davon überzeugt, dass die Kunst die Aufgabe und auch die Fähigkeit hat, gesellschaftsrelevant zu agieren. Sein »Hotel Europa« machte 1999 die Bauruine an der A59 zum Bildträger, transportierte die Kunst in eine Öffentlichkeit, die vielleicht nie eine Galerie, selten ein Museum zeitgenössischer Kunst betreten hätte. Mit seiner Installation am Stadtmuseum in Siegburg, dessen Ausstellungswände er quasi nach außen kehrt, führt HA Schult sein Projekt der öffentlichen Bildergalerie fort, nicht als Abklatsch des 2001 gesprengten »Hotel Europe«, sondern als Kontinuum dieser Aktion, so wie er auch die Aktion der »Trash People« kontinuierlich fortführt. Das Stadtmuseum, das die Geschichte der Stadt und des Raumes bewahrt und erinnert, ist prädestiniert für eine solche Aktion. Berühmte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, aus Historie und Gegenwart, sind die Protagonisten seiner verfremdeten Bilder. So wie HA Schult seine Kunst aber nicht nur in den Metropolen der Welt präsentiert, sondern auch in kleineren Städten von menschlicherer Dimension, so konzentriert er seine Portraits am Stadtmuseum in Siegburg nicht nur auf historische Größen wie Angela Merkel, Gorbatschow oder Papst Benedikt. Er lenkt den Blick der Öffentlichkeit ebenso auf Siegburger, die sich weit über die Stadtgrenzen hinaus ihren Namen gemacht haben, wie der Komponist Engelbert Humperdinck oder der Mediziner Maximilian Jacobi, und nimmt darüber hinaus »Menschen wie Du und ich« in das Panorama der Prominenz mit auf. Mit dieser Verschmelzung von großen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte und den »kleinen Leuten von der Straße« manifestiert HA Schult das Gefüge der Gesellschaft, in dem jeder unabhängig von seiner Herkunft Kraft seines Denkens und Handelns eine Person des öffentlichen Lebens werden kann. Der Bezug zur Heimat indes, zu dem Ort des Lebens, dem man sich zeitlebens verbunden und vielleicht verpflichtet fühlt, bleibt ein ganz privater Ort. Hier sind es nicht die übergeordneten, staatstragenden oder gesellschaftsrelevanten Faktoren, die das Gefühl von Heimat evozieren, sondern das individuelle, persönliche Empfinden gegenüber einem Ort, mit dem man auf vielfältige Weise emotional und dauerhaft eins ist; so wie der einfache Siegburger von heute, den HA Schult im Panoptikum seiner Berühmtheiten verewigt, so mag auch einer wie der Indianermaler Carl Wimar, der im Amerika des 19. Jahrhunderts große Berühmtheit erlangte und nie in seine Geburtsstadt zurückkehrte, tief in seinem Herzen in Siegburg und dem Rheinland seine Heimat gesehen haben. Ob Metropole oder Kleinstadt, ob Staatsmann oder Privatier, der Begriff der Heimat und die damit verbundenen Emotionen, die räumliche Verwurzelung und identitätsstiftende soziale und kulturelle Prägung sind dem Menschen universell immanent.
Aus dem Vorwort von Dr. Gundula Caspari (Siegburg).

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